Freitag, 31. Oktober 2008

Wir, Quick Washs und Captain Rob und die Klobuerste

Da wir ja leider zur Zeit grad eher wenig anschauen koennen und wir uns meistens mit Autos und verrueckten Mitarbeitern und Chefs rumschlagen, wollten wir euch wenigstens hier einen tieferen Einblick gewaehren.


Unser Chef ist Sam. Sam heisst mit Nachnamen Santomingo und ist italienischer Herkunft. Er behauptet fabelhaft italienisch sprechen zu koennen, als er neulich im Auto ein paar Saetze zum besten gegeben hat hoerte sich das allerdings etwas stockend an. Naja..ausserdem ist Sam genauso faul wie alle anderen, aehem...Sam beschaeftigt sich den ganzen Tag gestresst zu telefonieren, huebsche CorefleetKarren zum Shed und wieder zurueck zu fahren, sich ueber seine Ausgaben zu beschweren und "Give it a quick wash, wipe it down, it's gotta go" zu sagen. Dass die Aussies etwas einfaeltig in ihrer Wortwahl sind war uns ja schon bekannt. Sam sagt diesen Satz aber eigentlich bei jedem Auto. Es macht es manchmal ein wenig schwer herauszufinden, wie sauber die Karre jetzt geputzt werden soll. Zur Not wird sie dann eben nochmal ganz von vorne gemacht. Egaaaal solange wirs gezahlt kriegen.


Dann gibt es noch Sams Frau/Freundin so genau weiss das keiner. Ihren Namen weiss auch keiner. Man weiss aber, dass sie an einem Tag wunderbar freundlich durch die Werkstatt gleitet, am naechsten dann ihre schlechte Laune an ihrer Umwelt auslaesst und unsere Waschutensilien durcheinanderschmeisst. Sie nennt das aufraeumen.
Daneben gibts noch Phil und Sue. Das sind beides Cleaner, genauso wie wir. Sie koennen nicht so gut Auto waeschen wie wir, was Sam aber nach zwei Wochen immer noch nicht erkannt hat. Phil war am Anfang sehr nett, macht aber immer einen megastress morgens um halb fuenf. Wir fragen uns, ob er weiss, dass er nicht mehr bezahlt bekommt, wenn er schneller arbeitet. Sue ist nur halbtags da, war frueher Rennfahrerin und hat Mundgeruch wie eine Herde Kuehe. Manchmal ist sie ziemlich nett, manchmal nicht. Egaaaaal.


Ausserhalb vom Shed scheint es noch mehr dubioses Personal zu geben, der irgendwie dazugehoert.
Zum einen ist da ein Kerl, der aussieht wie ein entflohener Affe mit Sonnenbrille. Irgendwie scheint er dazuzugehoeren, er taucht auch ab und zu auf, hat aber noch weniger Ahnung von seiner Taetigkeit als Sam.
Zum anderen gibt es Rob, der wirklich einen Kommentar wert ist. Rob laeuft den ganzen Tag in Anzugshose, Turnschuhen und offenem weissen Hemd rum. Um seine spaerliche Haarpracht von der unbarmherzigen Sonne zu schuetzen traegt er ein schwarzes stylisches Kopftuch und eine Sonnenbrille. Er wirkt wie ein laessiger Geschaeftsmann. Er putzt aber Klos.
Das hoert sich jetzt vielleicht weniger beeindruckend an, die Art wie er sie putzt ist aber beeindruckend. Dazu spaeter mehr.


Die ersten Tage verbrachten wir relativ ereignislos mit Autos waschen und Jobs in Broome erledigen. Die Australier rufen wegen allem Moegichem bei Kimberley Cleaning an, selbst wenn sie einen Laubhaufen im Garten haben. Sam schickt dann drei Leute los, normalerweise Phil, Michi und mich und wir heben den Laubhaufen auf und fahren ihn auf die Muellhalde. Wie Sam, waehrend er drei Stundenloehne und den Sprit zahlen muss, daraus noch Profit schlagen kann ist uns ein Raesel.

Die erste wirklich witzige Geschichte ereignete sich letzten Mittwoch.
Unser Tag beginnt immer um 5, wo wir dann vom Muffelphil abgeholt werden und zum Taxiunternehmen fahren wo wir, von 1000 Moskitos belaestigt, ein paar Taxis waschen. Phil saugt die Autos, wir waschen sie. Dann kann er sich in Ruhe abreagieren. ;) Er wirkt immer sehr angespannt.

Jedenfalls kamen wir an diesem Tag zurueck und Sam meinte zum bereitstehenden Auto: "Give it a quick wash, wipe it down, it's gotta go"

Tuechtig wie wir sind(jaja) machten wir uns natuerlich sofort an die Arbeit. Nach ein paar weiteren Quick Washs kam dann auf einmal der entfohene Affe und meinte wir muessten ein Haus saubermachen. Dazu grinste er beaengstigend. Wir fragten Sam, was wir an Ausruestung mitnehmen sollten. Er hatte keine Ahnung, es schien ihm auch total egal zu sein. Also fuhren wir mit nichts als ein wenig Motivation los. Der komische Kerl fuhr uns in ein Wohngebiet. Nennen wir ihn Ray..vielleicht heisst er wirklich so.


Angekommen, lief Ray pflichtbewusst auf die Haustuer zu um sich vorzustellen. Eine Frau, die auf die 40 zuging oeffnete. Wir laechelten freundlich. Mit unserem Affen im Gespann wirkten wir sicher furchtbar vertrauenserweckend. Er grinste gewinnend und kuendigte uns heroldmaessig an. Etwas verwirrt fragte sie ob wir denn erfahrene Cleaner waehren.
"Klar" versicherten wir ihr leassig. Sie schien es nicht zu glauben. Ray sagte nichts.
Sie wollte wissen ob wir Traveller waeren. Wir stimmten wieder zu. Mit ein wenig Resignation bittete sie uns hinein und zeigte uns, was wir zu tun hatten.
Ray warf die ganze Zeit intelligente Kommentare ein. (Blumenerde bleibt laenger frisch, wenn man ne halbe Zwiebel reinschneidet!) Naja fast, er meinte wir sollten die Tueren schliessen, wenn wir die Fliegengitter abspritzen. Aaaaalles klar.


Dann fingen wir fleissig an Fliegengitter sauberzumachen. Ray ging kurz zum Auto. Als er nach 2 Minuten wiederkam fragte sie ihn, ob denn noch mehr kommen wuerden, weil wir beide sehr langsam waeren. Dann merkte sie, dass ich hinter ihr stand und schenkte mir ein unsicheres Laecheln. Ray lachte sie an und meinte das ginge schon in Ordnung. Dann fragte sie mich ob wir denn keine Ausruestung dabei haetten. "Nein.", sagte ich und schaute Ray an. Er meinte, das ginge schon in Ordnung. Das hat sie sicher furchtbar beruhigt. Dann ging er endgueltig. Wir riefen ihm nach, wie wir zurueckkommen sollten. Er meinte wir koennten ja per Anhalter fahren. Das ginge schon in Ordnung. Aaales klar.
Die arme Frau kramte dann ihre Putzbestaende hervor und versorgte uns mit dem noetigsten. Wir machten uns dann an die Fliegengitter und das furchtbar verdreckte Haus. Es stellte sich heraus, dass die Dame eine Reiki Kuenstlerin war und wir ihr Patientenzimmer putzen sollten. Dummerweise hatte sie gar keine Fenster, wir glauben, dass das hier kaum jemand hat und so war das ganze Haus voll mit Spinnweben, Spinnen und Dreck der ohne irgendeine Chemikalie aus dem Shed niemals weggehen wuerde. Putzen hiess fuer sie wohl aber eh nur mal drueberwischen. Das bekamen wir dann grad noch hin, sauber wars allerdings nicht.
Nachdem sie uns stets kritisch beobachtet hatte und Kimberley Cleaning insgeheim wohl schon lang verflucht, schafften wir es aber doch noch, dass das Zimmer der Hexe am Schluss ganz ordentlich aussah. Mehr oder weniger ueberzeugt liess sie uns dann an ihr Schlafzimmer, wo wir drei Jalousien putzen sollten, die uuuuunglaublich dreckig waren. Wie das ganze Zimmer und das Haus dazu. Bevor wir anfangen konnten, kam Rob mit wehendem Kopftuch hereingeschneit. Er grinste die Frau an die ihn irritiert anblickte. Er drueckte uns ein Spueli und einen Wischer und Abzieher fuer die Fenster in die Hand. Da hatte Sam ja echt mal was an Ausruestung springen lassen. Ich fragte ihn nach einem Fensterputzmittel, denn dafuer waren wir ja gekommen.
Insgeheim hoffte die Madame sicher, dass er gleich ein Wundermittel aus den Weiten seines weissen Hemdes ziehen wuerde. Er meinte aber, dass ginge schon in Ordnung und waere gut genug. Dann laechelte er noch einmal in die Runde und zischte wieder ab.

Wir machten uns dann erstmal ans Schlafzimmer. Es dauerte ewig. Auch hier waren keine Fenster und alles war voll mit feinem roten Staub, der hier sowieso in jede Ritze dringt. Wir verbachten sicherlich eine Stunde mit den Jalousien, bis Sam auftauchte. Die Dame war in ihrem Zimmer und heilte irgendeinen armen Patienten. Sam schaute sich die ganze Sache neugierig an ("Bloody fuzzy lady!"), bis er dann ins Schlafzimmer kam und laessig verkuendete:

"Give it a quick wash, wipe it down, we gotta go!"

Ueberzeugt, in dieser kritischen Situation, genau das Richtige gesagt zu haben, drehte er sich dann um und fuhr wieder davon. Nachdem wir ausgelacht hatten, machten wir die Jalousien fertig und brachten das restliche Schlafzimmer auf Vordermann und 20 Weberknechte nach draussen. Dann gingen wir uns ans Wohnzimmer.

Das besondere an der Wohnung der Dame war, dass es eigentlich nur einzelne Raeume auf einem grossen Fundament waren, die allerdings nicht geschlossen miteinander verbunden waren, sondern nur zusammen von einem grossen Dach vor Wind und Wetter geschuetzt, dazwischen aber immer frische Luft war. Das Wohnzimmer bildete das mittlere und groesste Glied. Nachdem wir angefangen haben kam Sam wieder. Er meinte, dass man dem Wohnzimmer einen Quick wash geben muesste und dann downwipen sollte. Aber nicht jetzt. Cause now we gotta go.

Du bist der Boss, dachten wir uns. Die Frage war nur wohin mit dem ganzen Putzmittel das wir angesammelt hatten. (Bestehend aus mehreren Eimern, Mops, Lappen, Staubwedeln und Besen) Sam meinte wir sollten es einfach in eine Ecke stellen. Wir fragten, ob das der Lady nicht im Weg sein wuerde. Er meinte, das ginge schon in Ordnung. Sie selber schaute fassungslos zu.

Er versprach ihr aber laechelnd, dass wir schon morgen frueh wieder kommen wuerden. Ob sie sich da so gefreut hat...

Wir fassen zusammen, dass an dem einen Tag neben uns zweien, noch drei andere Cleaner da gewesen waren, von denen aber keiner auch nur daran dachte einen Finger zu ruehren und der armen Dame moeglichst schnell ein sauberes Haus zu bescheren. Einmal der komische Affe, dann Rob und zweimal Sam.


Jedenfalls tauchten wir schon am naechsten morgen wieder auf. Davor hatten wir ein paar Taxis und eine Karre im Shed geputzt ("Quick wash, wipe it down, it's gotta go!")
Diesmal hatten wir noch Phil und sein Teppichreinigungsgeraet dabei. Phil sieht mit seiner Glatze, seinen Tatoos und seinem Rockerbart etwas wild aus. Die Dame freute sich sicher, nach den ganzen Hallodris endlich mal einen vertrauenserweckenden Mann zu treffen.
Wir machten uns an die bloody windows, waehrend Phil verbissen anfing Teppiche zu reinigen. Nachdem wir ein riesige dreckige Leiter im Wohnzimmer aufgestellt hatten um an die Spinnweben zu kommen, rief Sam an. Das Gespreach lief in etwa so.

Sam:"Howya doin, lotta work?"
Phil:"Yeahh, gotta do heaps of carpets. Bloody shit"
Sam:"And the boys?"
Phil:"They're cleaning the bloody windows"
Sam:"Allright, tell'em to give it a quick wash and to wipe it down. It's gotta go."


Dann legte er auf. Phil schaute sehr seltsam, als wir uns vor Lachen im Wohnzimmer schuettelten. Irgendwann kam dann Sam und holte uns ab. Sein fahrbarer Untersatz war eine uralte 4WD-Karre aus dem Jahre 1954, von ihm stolz "The Tractor" genannt. Nachdem wir uns mit Sam in die Fahrerkabine gequetscht hatten fuhr The Tractor ungefaehr 3 Minuten und ging dann aus. Sam ortete das Problem sofort im Benzinmangel, man haette das nicht voraussehen koennen, weil alle Anzeigen im Tractor seit dem Koreakrieg kaputt waren. Also schleppten wir die Karre mit staendigem an und ausmachen bis zur Tanke.

Nachdem wir den Tractor mit Sprit und uns mit Sprite (ein Wortspiel, Achtung) vollgetankt hatten, fuhren wir weiter, jedenfalls nachdem The Tractor dann beim 10. Versuch angesprungen war. Nach 20 Metern ging er wieder aus. Fluchend startete Sam das Spiel von vorne, nach ein paar Versuchen sprang The Tractor dann wieder spuckend an, allerdings nur um 20 Meter spaeter wieder auszugehen. So bahnten wir uns dann unseren Weg zum Shed, der Gott sei Dank nur nen knappen Kilometer entfernt lag. Kurz davor schien er dann voellig den Geist aufzugeben und wir sprangen raus und schoben.

Bevor wir einen Schwamm im Shed anfassen konnten sauste Rob zum Rolltor herein. Er wechselte ein paar Worte mit Sam und kam dann mit einem" Come on boys, we gotta job to do" auf uns zu. Es sei kein harter Job und wir seien bald wieder da. Aaaales klar. Wir stiegen in seinen Cleanervan und fuhren los. Nach ein paar Minuten Fahrt kamen wir auf einer riesigen Baustelle an. Froehlich huepfte Captain Rob in seiner Anzugshose aus dem Van und holte Mop, Besen, Eimer und..eine Klobuerste aus dem Kofferraum. Er klemmte sich und uns das Zeug unter die Arme und dann...ging alles sehr schnell. Sobald er die Baustelle betreten hatte wurde er zum rasenden Cleaner. Er stuermte in ein Baustellenklo, zueckte seine Klobrille und stuerzte sich mit ausdruckslosem Gesicht auf das Klo.


"That's the way Boys!" schrie er und haute den Deckel des Klosetts nach oben. Dann rammte er die Buerste ins Wasser und begann das ganze Klo von oben bis unten mit dem Klowasser vollzuspritzen. Mit der anderen Hand kippte er massenhaft Desinfektionsmittel in die Schuessel. Es war eine riesen Saurerei!


"Don't forget the walls boys!" toente er, waehrend er die Klobuerste mit einem kratzenden Geraeusch ueber die Waende zog und eine Spur Klowasser hinterliess. Dann haute er den Deckel mit der Buerste wieder nach unten und spritzte noch den Deckel nass und buerstete ihn so lala ab. Das ganze hatte in etwa 5 Sekunden gedauert. Zufrieden drueckte er Michi die Klobuerste in die Hand. Beeindruckt blickten wir ihn an, noch nie hatten wir jemanden gesehen, der so eins mit seinem Werkzeug war. Wahrscheinlich haette jeder Samurai in Haltung und Finesse noch einiges von ihm lernen koennen.
Waehrend Michi das Klo schrubbte, stuermte er mit mir in einen Besprechungsraum und mischte die Herren Bauingenieure mit seinem Besen kraeftig auf. Bevor sie ein Wort erwidern konnten, war er aber schon wieder draussen und ich stand allein mit meinem Besen da. Ich schenkte ihnen ein gewinnendes Laecheln und begann zu fegen. Laecheln und winken, laecheln und winken. Nach 10 Sekunden kam Rob und fragte wo ich blieb, er schaute auf den Boden und meinte das sei schon okay so. Dann brach er in den naechsten Raum und fegte dort fast die Sekraeterin mit in den Muelleimer. Mit einem gemurmelten sorreeey steuerte er dann zielstrebig auf den Kantinencontainer zu. Mit ein paar laessigen Bewegungen wischte er alles, was auf den Tischen gelegen hatte auf den Boden. Dann spritze er die Spuele und alle Tische mit Scheuermilch voll und gab mir einen Schwamm. Dann war er wieder weg. Ich putzte die Spuele, bis er nach ein paar Sekunden wieder hereinbrach. "That's good enough for this place, mate! Do the tables!" Nachdem ich einen Tisch geschrubbt hatte, hatte er die anderen 5 schon lange erledigt. Er drueckte mir Besen und Mop in die Hand und wir eilten zurueck zum Van.


Einen Augenblick spaeter kamen wir beim grossen WC-Trakt der Baustelle an. Vertrauensvoll gab er mir die Klobuerste und beauftrage uns den Container zu saeubern. Michi machte sich an die Waschbecken, waehren dich diesmal die Klos uebernahm. In einer Kabine hockte ein Kerl der gerade schiss. Waehrend wir uns vor Lachen schuettelten, begannen wir unsere Arbeit. Ich brauchte fuer die Klos ein paar Sekunden laenger als Rob, was ihm aber trotzdem Anlass genug gab, als er wieder hereingestuerm kam mir die Klobuerste zu klauen und seine Kunst nochmal zu demonstrieren.
Diesmal war er noch viel schneller. Er zischte um die Klos wie ein Kugelblitz und hatte innerhalb von Augenblicken den gesamten Container pitschnass gemacht. Das beste war, wie er staendig das verdreckte Klowasser ueberall an die Waende schmierte. Nachdem er mitbekommen hatte, dass wir uns hinter ihm vor Lachen bogen, fing er selber an. Kichernd putzte er die Rinne weiter, wo er nach 2 Sekunden buersten einfach sein gesamtes Desinfektionsmittel hineinschmiss, mir einen Mop gab und wieder abgehauen war. Der Kerl im Klo versuchte immer nochs ein Glueck. Kichernd machten wir weiter sauber. Dezent um die besetzte Kabine herumwischend versuchte ich die Sintflut zu beseitigen. Einen Atemzug war Captain Rob wieder da um nach seinem Ozean zu schauen. Ich fragte ihn ob das so okay sei, jojo klar alles easy meinte er dann, schnappte sich den Mop und fuhr nochmal ordentlich in die besetzte Kabine. Bevor der Kerl ein Widerwort erheben konnte, hatte uns Rob schon mitsamt dem Putzzeug und seiner geliebten Klobuerste wieder in den Van gepackt.

Zurueck im Shed bedaenkte er sich mit seinem wissenden Laecheln und sagte Sam wir seinen good boys und haetten einen good job gemacht, Sam freute sich das zu hoeren, sagte er jedenfalls. Dann machte Rob mal wieder unser Geschirr dreckig, als er sich einen Kaffee machte und entschwand dann. Vielen Dank Captain Rob, eine Ehre unter ihnen und auf ihrer Kloschuessel zu dienen.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Von Darwin nach Broome

Schon bald trug uns der tapfere Roy auf seinen tapferen vier Reifen nach Darwin. Dort schauten wir uns erst einmal die Stadt an und beklagten das schwuele Klima (ja wir sind auch nicht mehr die juengsten) Nachdem wir den kleinen Stadtrundgang abgeschlossen hatten suchten wir uns ein lauschiges Hostel weil es uns bei der Luftfeuchtigkeit und Temperatur unmoeglich erschien im Auto zu schlafen. Also genossen wir die Errungenschaften der moderenen Zivilisation, namentlich Bett, Klimaanlage und Dusche. Achja und Klo mit Spuelung. Nachdem wir die Kiste geparkt hatten, viel uns auf, dass unser Kofferraum mal wieder kapott war. Merde!

Also machten wir uns abends um acht noch auf die Suche nach einem Mechaniker oder zumindest jemandem der einen einfachen Sechskantschluessel besitzt, gar nicht so leicht den Leuten klarzumachen, was man von ihnen moechte, wenn es sich um einen solchen handelt.
Nach einer Weile umherfahren fanden wir dann einen echten australischen Urmechaniker. Er lief halbnackt in seiner Werkstatt rum und schweisste an einem riesigen Bus, den er, wie ungefaher 90% aller Australier ueber 50, irgendwann mit seiner Frau beziehen moechte, durchs Land fahren und dann an Roadhaeusern und dergleichen seine Mechanikerdienste anbieten moechte. Er lieh uns Licht und Werkzeug, fragte uns aus und begutachtete unsere Reperaturkuenste. Diesmal wollten wir das Problem dauerhaft loesen, der Aussie assistierte uns indem er enthusiastisch mehrere Kabelbinder um die Vorrichtung schnuerte. Am Schluss hielt es tatsaechlich und haelt noch bis jetzt. Gut gemacht. Wir verabschiedeten uns und fuhren zurueck ins Hostel.

Am naechsten Tag suchten wir nach einem Job und hingen wie Aboriginal People in der Innenstadt rum. War nicht sooo toll, im Supermarkt trafen wir dann allerdings die Alisa, die schon mit uns hergeflogen war (jaja in Australien trifft man die gleichen Leute immer wieder), die hier als Bodenverlegerin arbeitet und meinte ihr Boss koennte noch jemand brauchen. Feinfein. Abends gingen wir dann zu dritt auf einen kleinen Markt am Strand, wo man alle Arten an Fleisch, alle moeglichen Fruechte und allen moeglichen Tourischrott kaufen konnte. Cool.

Allerdings gab es auch was richtig cooles: Huete, die aus den LKW-Planen der Roadtrains gemacht wurden, die schon durch ganz Australien gefahren sind. Sagte zumindest der Verkaeufer. Und sie sahen auch so aus. Ganz fasziniert erstanden wir natuerlich sofort zwei Unique-Aussiehats, da unsere 5 Dollar Strohhuete auf der Fahrt nach Darwin kaputt gegangen waren.

Abends suchten wir uns einen Campingplatz wo wir dann schwitzend in unserer Karre lagen und versuchten ein wenig Schlaf zu ergattern. Ich haette nie gedacht, dass man soviel schwitzen kann, wenn man einfach nur daliegt und an die Decke schaut.

In den neachsten zwei Tagen erfuhren wir dann, dass Alisas Boss doch keinen mehr braucht, unsere Radaufhaengung links kapott war und wir die schnellstmoeglich reparieren sollten. Die Herren von Goodyear leisteten hervorragende Dienste und wollten dafuer (in unsere Augen faire) 250 Dollar haben. Bekamen sie dann auch. Nachdem Darwin uns in unseren Augen nichts mehr geben konnte machten wir uns zu einem weiteren Highlight des Northern Territory auf: Dem Litchfield Nationalpark.

Jener welcher ist ueber eine grosse Strasse zugaenglich die einmal grade durchfuehrt und zu den jeweiligen Sehenswuerdigkeiten immer abzweigt. Sehr benutzerfreundlich. Wir schauten uns alles an, sprangen in diverse Wasserloecher und schauten beeindruckende Termitenhuegel an. Zwischendurch liessen wir uns von Moskitos stechen. Und nicht nur ein bisschen. Richtig arg. Michi hatte geschaetzte 50 Stiche.

Nachdem wir diesen erholsamen Ort ausgiebig beschaut hatten gings back on se road, straight Richtung Westaustralien. Bis zur Grenze sollte es allerdings noch eine ganze Zeit dauern.

Als wir dann am naechsten Tag gegen Mittag an die Grenze kamen, mussten wir unser ganzes Obst verdruecken, weil man laut Gesetz keine Pflanzen oder Tiere ohne bestimmte Checks nach Westaustralien einfuehren darf. Also gings ans froehliche Essen.
Allerdings vergassen wir eine Kartoffel, die der Zoellner dann fand. Er nahm sie aber mit Humor (mit).

Eine Kartoffel aermer rollten wie ueber die Grenze ins wilde Westaustralien.
Nach den ersten paar hundert Kilometern fanden wir ein paar Aborigenes am Strassenrand, genauer gesagt eine ganze Familie, freundlich wie wir Deutschen sind hielten wir natuerlich an, um zu fragen, ob sie Hilfe braeuchten. Sprit braeuchten sie. Soso...als Aborigene hier zuhause und mit der ganzen Family im Outback und dann geht Dir der Sprit aus? Du kannst uns mal!
Mit Blick auf unsere volle Tankanzeige mussten wir schweren Herzens ablehnen und konnten dem Abo nichts abgeben.

Nochmal ein paar hundert Kilometer weiter rauschte dann auf einmal ein Abo mit seinem Kombi an uns vorbei. Geschaetze 140 kmh. Nochmal ein paar Kilometer weiter stand er dann auf einmal mit seiner alten am Strassenrand und winkte. Wie dumm ploetzlich ist ihm das Benzin ausgegangen, aaaaaaaales klar Herr Aborigine, haben dich schon durchschaut! Wir winkten froehlich zurueck und fuhren dran vorbei.

Als wir dann ueber Kungurra langsam in tiefer nach Westaustralien wurde uns leider klar, dass man in dieser wunderschoenen Einoede leider so gar nichts ohne Allradantrieb machen kann, kein Wolfs Creek Crater, kein Purnululu National Park, keine Kimberleys..schei, aeh Mist!

Etwas enttaeuscht schauten wir uns die etwas enttaeuschende Geiki Gorge an (gemessen an dem, was wir davor gesehen hatten) und liefen 3 Kilometer durch 10000 Grad Hitze.
Verschwitzt und sehr maennlich fuhren wir dann nach weitern 6 Stunden Fahrt in Broome ein.

Nach genauerer Observierung des eher vergurkten Kuestenstaedtchens (nach deutschen Massstaeben) quartierten wir uns fuers Wochenende in ein edles Hostel mit Pool und Klimanlage ein. War auchmal noetig. Auch die Duschen, die dann endlich mal verfuegbar waren!

Unser entspanntes Wochenende verstrich natuerlich viel zu schnell und so mussten wir uns am Montagmorgen tatsaechlich auf Arbeitssuche machen. Was dieses mal echt gut klappte. Ein Anruf, ein Interview, welches aus nem Haendedruck und der Vorstellung bestand und wir waren angestellt bei der Kimberley Car Detailing Company (oder auch Autowaescherei)

Wir zogen unsere Boardshorts an und legten los. Als Sam, unser Boss, erfuhr, dass wir heimatlose Penner sind und auf der Strasse wohnen bot er uns sogleich an in seiner Werkstatt zu pennen. Klar machten wir. Und tun wir immer noch. Seit Montag putzen wir jetzt 8-10 Stunden Auto, kassieren dafuer 15 Dollar pro Stunde und geniessen unsere Free Accomodation. Es koennte wirklich schlimmer sein. ;)

Es gruessen die fleissigen Autowaescher!

Samstag, 11. Oktober 2008

Letzter Outbackpart und Kakadu National Park

Nachdem wir unser romantisches Biwak hinter uns gelassen hatten, schmissen wir den guten Roy wieder an und fuhren wieder Richtung Burke & Wills Roadhouse um ihm nochmal einen Schluck Sprit zu goennen, was er natuerlich dankbar annahm. Dann gings geschwind (najaa....fuer australische Distanzen) den Highway nach Sueden Richtung Cloncurry und dann westwaerts nach Mt. Isa wo wir uns sofort an der groesste Errungenschaft der westlichen Zivilisation erfreuten! Fastfood! Dann fuhren wir umher und belaestigten einen Automechaniker mit unserem Kofferraum, der sich seit unserem Stop im Lawn Hill Park nicht mehr verschliessen liess, wie mein Komparse bereits beschrieb. Der Mechaniker schickte uns zu einem Schluesseldienst, welcher sich als echter Outbackaustralier herausstellte. Er wusste sofort worums ging, sagte der Mechaniker haette keine Lust gehabt es zu machen, es aber sehr wohl auch erkannt und fing dann munter an zu schrauben. Wir begutachteten die Sache mit australischer Zuversicht. Er fragte woher wir kamen, erkannte an unserem Akzent wo wir herstammten und zollte uns einigen Respekt fuer die Strecke, die wir in den letzten Tagen zurueckgelegt hatten. Dann klinkte er den fehlenden Part wieder ein, sodass man den Kofferraum wieder verschliessen konnte. Viel Geschraube, bis man ans Problem kommt, das dann aber selber in einem Handgriff erledigt werden kann. Seiner Meinung nach koennte es schnell wieder rausspringen wenn wir weiter ueber solche Pisten fahren wuerden. Er bekam 10$ fuer seine Zeit und wir fuhren weiter.

Nach Mt. Isa fanden wir uns sofort in der unendlichen leere des Outbacks wieder. Kilometer um Kilometer frassen Roys Reifen, bis wir dann irgendwann die Grenze zum Northern Territory ueberschritten, die auf der NT Seite von einer Polizeistation bewacht wurde. Wahrscheinlich um sich gegen die verrueckten Queenslander zu schuetzen, die im restlichen Australien etwas differenziert betrachtet werden. Nach weitern 300 Kilometern kamen wir an unserm Rastplatz an.

Hier fand ein dunkler Tiefpunkt unserer Reise statt. Am Rastplatz war es so windig und so kalt, dass wir es nicht schafften Spaghetti zu kochen. Frustriert, enttaeuscht und uns in Qualen windend, assen wir ein paar Nutellabrote um den groessten Hunger zu stillen und weinten uns dann leise in den Schlaf. (naja fast jedenfalls) Dafuer gab es allerdings wieder mal eine einzigartige windige unheimliche Outbackatmossphaere, jene bei der man wirklich glaubt, dass der Rest der Welt unfassbar weit weg ist. Hatte also auch was Gutes, dass du uns die wohlverdienten Spaghetti verwehrt hast werden wir dir allerdings niemals verzeihen du verfluchte Raststaette!

Am naechsten Morgen gabs dann gleich wieder Nutellabrot (oleole). Nach diesem kraeftigenden Fruehstueck fuhren wir weiter zum Three Ways Roadhouse, was zwar gross angepriesen wurde, aber bei genauem Anblick eher an eine langweilige Autobahnraststaette in Deutschland. Also schnell weiter zum naechsten beruehmten Roadhouse, dem Daly Waters Roadhouse, gleichzeitig aeltester Pub im ganzen Northern Territory! Kraaass!

Langsam wurde es auch wieder ziemlich heiss und wir dankten Roy wieder einmal fuer seine wunderbare Klimaanlage, die uns dann sicher bis vor die Tuer des Daly Waters brachte. Sah huebsch aus. Es hatte eine kleine Tankstelle und gilt wohl als echter Partypub, dumm nur, dass wir gerade in der Mittagshitze ankamen. Wir bestellten uns zwei Sandwiches und verbrachten dann eine halbe Stunde damit die Innenausstattung zu begutachten: Passbilder, Bierdeckel, Polizeiabzeichen, TShirts, Handtuecher, Geldscheine, Muenzen, Fahrkarten und noch viel mehr Kram aus aller Welt bildeten die Tapete des Pubs. Ihr koennt ja mal kraeftig an die Fotos ranzoomen und schauen was ihr so entdeckt. Wir wollten ein Foto von unserem geliebten Herr Koelmel dalassen, dummerweise hatten wir es nach all den Jahren, wo wir ihn jeden Tag mit im Geldbeutel umhertrugen, nicht mehr dabei. Ganz ehrlich, so ne Schei..Mist!

Wir tankten noch kurz voll und fuhren dann weiter in den tropischen Norden. Im kleinen Oertchen Mataranka bogen wir von der Strasse ab um ein erfrischendes Bad in den Thermal Pools zu nehmen. Der Umweg war es wert. Erfrischt fuhren wir dann weiter nach Katherine, in die drittgroesste (aber immer noch kleine) Stadt des Northern Territories.
Hier wimmelte es von Aboriginal People die ueberall auf den Strassen rumliefen und ihren taeglichen Geschaeften nachgingen. Was immer die auch sein moegen. Vielleicht Woolworthparkplartz bewachen? Aehem egal. Nachdem wir unsere Vorraete aufgestockt hatten, fanden wir einen lauschigen kleinen Campingplatz, der von einem Fidjianer geleitet wurde. Da trafen wir dann zwei Deutsche, die sich, genau wie wir vor einigen Tagen, ihre Maehne abrasierten. Die beiden waren vor zwei Jahren aus Deutschland ausgewandert seitdem um die Welt getourt und traeumen jetzt von einer eigenen Tauchschule an der Ostkueste.
Na denn viel Glueck.

Am naechsten Tag gab er Michi eine Einfuehrung ins Didgeridoospielen. Gekauft wurde aber (vorerst) noch keines. Nach Katherine gings dann endlich in den hochgelobten Kakadu National Park.

Wir fuhren von Suedwesten in den Park hinein und besorgten uns eine Karte und einen Guide. Alles kostenlos yehaaw. Im Park liefen wir einen Boardwalk am Yellow Waters Creek entlang, was uns leider nicht von den Socken hauen konnte. Es daemmerte dann bereits, als wir auf dem Weg zu unserem Rastplatz noch einen Lookout anfuhren. Was sich als schreckliche Entscheidung herausstellte. Ich weiss nicht, welche Rolle die Fliegen in den vorhergehenden Posts gespielt haben, jedenfalls spielten sie auf dem Weg zum Lookout eine sehr dominante. Man stelle sich vor, dass Universum stellt 15 Fliegen ab, deren einziges Lebensziel ist, in Ohren und Nase des jeweiligen Opfers zu fliegen. Sie sind furchtbar penetrant, noch schlimmer als wir sie an bestimmten Orten im Outback (Lwan Hill, Gregory Downs) empfunden hatten. Jedenfalls wedelten wir wie die Idioten mit den Haenden um unseren Kopf, um sie aus Gehoergang und Riechorgan fernzuhalten. Nahezu unmoeglich. Je weiter wir kamen desto schlimmer wurde es.
Oben kurz gefilmt und gefotot, dann fluchtartig zurueck ins Auto gerannt und die Plagegeister die uns ins Auto gefolgt waren dann zur Strecke gemacht.

Genervt fuhren wir zu unserem Rastplatz wo es dann gluecklicherweise nur noch Moskitos und keine Fliegen mehr gab. Dann gabs Spaghetti! Yehaaw! (Ich glaube wir sind suechtig)
Am naechsten Morgen gings weiter zu Rock Art Malereien der Aboriginal People, die vor ein paar Jahren alle von einem Aboriginal Kuenstler uebermalt wurden. Einerseits wird alles huebsch erneuert und bekraeftigt, andererseits verliert es eben auch viel Flair durch diese Tat. Kann man so oder so sehen.

Danach machten wir eine 1,5stuendige Rivercruisetour auf dem East Alligator River wo wir tatsaechlich unsere ersten Krokodile sahen und ein paar Infos ueber Jagdwaffen und Techniken der Aboriginal People erhielten. Feinfein. Auf dem Rueckweg zeigte sich sogar ein Kroko beim Jagen. Sah schon oberhalb der Wasseroberflaeche respekteinfloessend aus.

Nachdem wir das auch abgehakt hatten schauten wir uns noch die Maingallery der Felsmalereien an und genossen die frische Brise und die atemberaubend weite Sicht vom Lookout, was ihr natuerlich wie immer auf den Fotos bestaunen koennt.

Im Grossen und Ganzen war der Park den Besuch schon wert, sein volles Potenzial entfaltet er aber sicher nur wenn man all die verschiedenen Jahreszyklen miterlebt und dafuer muss man eben laenger als zwei Tage bleiben. Ein 4WD-Drive waere sicherlich auch von Nutzen gewesen und natuerlich wie immer viel viel mehr Geld, damit man auch an die entlegensten Winkel des Parkes kommt und so seine wahren Wunder bestaunen kann. So war es eben nur ein netter Ausflug, unser Favorit bleibt aber weiterhin der Lawn Hill National Park. Auf nach Darwin.

Lawn Hill Nationalpark

Nach einer sternenklaren Nacht im Oasis Roadhouse und einem behinderten Kakadu der nicht mehr fliegen konnte, aber um unser Auto schlich, gings am naechsten Tag weiter nach Osten. Natuerlich haben wir diesen Irrtum gleich bemerkt, sind umgedreht und weiter nach Sueden gefahren.
Leider gabs hier keine Strasse, zumindest nicht etwas das ein deutscher als Strasse bezeichnen wuerde. Bei Aussies geht ein Haufen Schutt, Sand und Kies aber glatt als Highway durch. No worries.
Jedenfalls holperten wir dann in Roy ueber Stock und Stein und es wurde einem schnell klar dass man hier verloren hat wenn einem die Karre versagt, ein entgegenkommendes Auto am Tag ist schon rekordverdaechtig.
Roy meisterte das aber ohne Probleme und nach kurzem Zwischenstop an der wunderschoenen und tiefen Porcupine Gorge waren wir ein paar Stunden spaeter endlich auf dem Highway, der uns nach Westen fuehren sollte. Yeehaaw, immer geradeaus (bzw nach rechts, ihr wisst ja, der Schlag in der Achse) der Sonne entgegen. Outback at it's best.
Ueber mehrere kleine Staedte gings dann bis nach Julia Creek, wo wir uns informierten wie man denn nun zu diesem angepriesenen Lawn Hill Nationalpark kommt. Dort wars schon so heiss dass man beim Aussteigen aus dem Auto regelrecht gegen eine Wand lief.
Schliesslich ging es dann Richtung Nordwesten ueber einen einspurigen highway weiter, immer schoen den Road Trains ausweichen. Rundumblicke zeigten nichts als ewig weites Land, bis zum Horizont.
Abends kamen wir dann im Burk and Wills Roadhouse an, wo wir (wie kanns auch anders sein) eine deutsche Backpackerin trafen, die dort arbeitete. Kurz gegessen und weiter gings in die Nacht hinaus, Richtung Lawn Hill. Den Kangaroos ausweichend kamen wir dann in der Nacht in Gregory Downs an, ein kleines Dorf (gibts ein Wort fuer etwas kleineres als ein kleines Dorf?) mitten im Nirgendwo. Dort steuerten wir das einzige Gebaeude an, das Motel. Sofort wurden wir von mehreren freundlichen trinkenden Aussies eingeladen uns zu ihnen zu setzen und es entstand eine nette Unterhaltung ueber alles moegliche, aber hauptsaechlich ueber einen alten Ford Falcon der irgendwo in der Naehe im Strassengraben liegen sollte (den ein paar Schwarze nach einem Unfall mit Ueberschlag einfach liegen gelassen hatten). Dieser hatte naemlich noch 4 intakte Reifen, die wir auf mehrfaches Anraten von Carl abschrauben und als Ersatzreifen mitnehmen sollten.
Es wurde weiter getrunken und nach feierlichem Schwoeren die Reifen wirklich mitzunehmen gingen wir ins Bett.
Am naechsten Tag suchten wir natuerlich den Falcon, fanden ihn aber nicht.
Also gings weiter, direkt Richtung Lawn Hill. Ab hier begann wieder Piste.
Dort angekommen liehen wir uns gleich ein Kanu aus und machten uns auf den Lawn Hill auf dem Fluss zu erkunden. Hierzu kann ich nicht viel schreiben, schaut euch die Bilder an, die sagen mehr als tausend Worte.
Unterwegs mussten wir, um Wasserfaelle zu umgehen, das Kanu ueber Land tragen und dann wieder in den Fluss werfen.
Hier ist es dann passiert, das Unglueck, da wir beide nicht ordnungsgemaess im Kanu sassen gabs 30grad schlachseite und ploetzlich war das Kanu ueber uns, verkehrte Welt.
Sofort warf ich mich heroisch auf die kieloben schwimmende Nussschale um die Kameras zu retten und unglaublich aber war, ich konnte sie retten, nichts wurde nass.
Dummerweise schwamm jetzt unsre ganze Ausruestung auf dem Fluss, inklusive Flip Flops, der von Suesswasserkrokodilen bewohnt war. Dementsprechend schnell konnte man auf einmal ans Ufer paddeln!

Phil verlor dann noch seine Brille im Fluss, die wir nach Ablagerung der aufgestobenen Sedimente sehen und nach ihr tauchen konnten.



Was fuer ein Abenteuer.
Auf dem Rueckweg wanderten wir dann noch zu einem traumhaft schoenen Naturpool um uns nochmal abzukuehlen, diesmal gewollt.
Am abend wollten wir eine Abkuerzung ueber 90km Piste zum Highway nehmen, dummerweise kamen wir nach ca 40km an eine Stelle an der die ganze Strasse ueberflutet war. Ziemlich angekotzt mussten wir umdrehen und die ganze beschissene Piste zurueck fahren und einen Umweg von hunderten Kilometern in Kauf nehmen. Mitten im Nichts ging uns dann auch noch bei Nacht die Karre aus, alles klar...
Kurz Panik geschoben, Karre wieder angemacht und weiter gefahren ;)
Notgedrungen mussten wir dann auch im Outback abseits des Highways uebernachten, es gab noch (nein kein Pesto!) Big Eat Chicken Irgendwas von Heinz unter geilem Sternenhimmel und dann konnten wir auch endlich mal pennen.



Fazit: Lawn Hill ist bis jetzt mit Abstand das geilste, besser als Kakadu!

Undara Volcanic Tubes

Und dann war das Outback. Es kam ganz ploetzlich. Vor drei Tagen im Regenwald, mit schwueler Hitze, Kroeten, Krokodilen und Cape Tribulation, danach in die Highlands, praktisch zurueck nach Europa und dann war auf einmal nicht mehr Gruen, sondern Rot die dominierende Farbe. Die Strasse fuehrte nur noch geradeaus, kilometerlang keine Kurve und das war erst der Anfang vom NeverNever. Schon nach kurzer Zeit, kam uns der erste Roadtrain entgegen, ein LKW, der in der Regel drei Anhaenger hinter sich zieht und so eine Laenge von ca. 50 metern erreicht, also ein Gefaehrt, dass so nur in Australien Sinn macht.

Nach 5 Stunden Fahrt, bei der sich ein Paar majestaetische Adler neben uns in den Himmel erhoben, kamen wir dann in Undara an, was in der Sprache der Aboriginal People soviel wie langer Weg bedeutet. Im Undara Nationalpark selbst kann man kilometerlange Vulkanhoehlen besichtigen, die bei einem Ausbruch des Hauptvulkans der McBride Provinz vor rund 190.000 Jahren entstanden ist. Besonders werden diese Hoehlen vor allem durch ihre extreme Laenge, teilweise bis zu 90 Km lang und der extreme Durchmesser der Hoehlen, bis zu 20 Metern

Nachdem wir den Ausblick ueber das Gebiet von einem nahen Lookout genossen hatten, buchten wir eine Fuehrung durch die Hoehlen selbst. Nach kurzer Fahrt kamen wir an dem am besten begehbaren Tunnel an. An der Oberflaeche war es ca. 37 Grad warm, die Temperatur sank jedoch sofort stark ab, als wir in die Eingangsschlucht des riesigen Tunnels hinabstiegen, wir bekamen eine genaue Einfuehrung ueber den Ausbruch der Vulkane, der, Wissenschaftler streiten sich, von ein paar Wochen bis zu einer Dekade gedauert haben koennte. Dann gab es Informationen ueber die Entstehung der Tunnel, das vorkommende Gestein und die Verwitterung der Tunnel. Wer sich hierfuer interessiert oder Geographie vierstuendig hat (GELL TIM??) kann gerne im Wikiartikel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Undara-Nationalpark

weiterlesen.






Wir machten uns nach der Einfuehrung zu unserer Nachtlagerstaette auf, die immer noch 100 km entfernt lag, welche wiederum in der Abenddaemmerung bewaeltigt werden wollten. Daemmerung ist hier in Australien generell eine heikle Sache weil die ganzen Kuehe, Kaengurus und Wallabies die hier frei rumlaufen/rumhuepfen dann aktiv werden und in der Kuehle des Abends/Morgens gerne mal einen Spaziergang auf der Strasse taetigen. Kuehe sind weniger ein Problem, da sie meistens genau da stehen bleiben, wo sie sind und man so ohne grosses Risiko an ihnen vorbeifahren kann. Anders sieht es bei den Huepfern aus. Autos nehmen diese erst war, wenn man bis auf 20 Meter an sie herangekommen ist und dann huepfen sie nach Lust und Laune in eine Richtung los. Dummerweise neigen sie dazu, diese Richtung nach jedem Sprung zu aendern. Problematisch wird das, wenn sie sich dann im letzten Moment doch noch dazu entscheiden, den Sprung vor und nicht neben die Motorhaube zu machen. Wir bleiben von diesem Unglueck bisher allerdings verschont, ueberfahrene Kaengurus und Wallabies sieht man hier aber zuhauf am Strassenrand, was gleichzeitig die Ursache fuer die grosse Anzahl an Greifvoegeln im Outback ist.

Wir kamen aber wie gesagt ohne Zwischenfall am Oasis Roadhouse an, wo uns dann ein freilaufendes Pony und ein zahmer alter Kakadu begruessten. Nachdem wir unser Leibgericht (Spaghetti, genau!) gekocht und den Roy zum Bett umgewandelt hatten schliefen wir unter dem Outbacksternenhimmel mit Ponygeschnaube ein.

Atherton Tablelands


Soooo, nachdem wir unsere zweite (bessere) Nacht im Auto verbracht hatten, verliessen wir Mettmann, aeh Mossman in suedlicher Richtung um nochmal auf einen Sprung in Cairns vorbeizuschauen um unsere Vorraete aufzustocken (viel Spaghetti, viel Pesto) und uns nochmal via Internet ueber den neusten Stand der Dinge aufzuklaeren. Dann gings auch schon weiter.

Ueber den Brucehighway gings suedwaerts nach Gordonvale und dann ueber das Kuestengebirge hinein in die Atherton Tablelands. Nach ca. einstuendiger Serpentinentour erreichten wir dann das fruchtbare und niederschlagsreiche Hochplateau,dass vor allem fuer seine Seen und Wasserfaelle beruehmt ist. Die Sonne stand schon wieder recht tief, weshalb sich die Tablelands in einem wunderschoenen roten Abendlicht praesentierten, was wir natuerlich eifrig auf unseren Fotos dokumentierten. Es kam sogar fast ein bisschen Heimatfeeling auf, im Grunde genommen sah es wie das Allgaeu mit ein paar Palmen. Nach ein zwei Stunden Fahrt durch beschauliche Berge und Taeler und die Doerfchen Yungaburra und Atherton kamen wir noerdlich von letztgenanntem an unserer Nachtlagerstaette an. Es war eines der vielen WW II Memorials, wo die ganzen Backpacker, Grey Nomads und Wohnmobilreisenden gegen eine geringe Spende die Nacht verbringen duerfen. Die Grey Nomads sind uebrigens eine immer haeufiger werdende australische Erscheinung, bei der sich die Rentner hier ein Wohnmobil kaufen und dann auf ihre alten Tage nochmal durch ihr Land gondeln.

Am naechsten Morgen war es dann so weit, das Grauen nahm seinen Lauf. Nach einem kargen Nutellafruestuck wurde der Haircutter ausgepackt. Klingen gewetzt, Stuhl zurechtgestellt, Umhang angelegt, Kamera an und schon flog Michis Autolation dem Boden entgegen.
3mm, keiner mehr. Nachdem ich dann den ersten Schock ueberwunden hatte, brachte ich die Frisur mit zitternden Haenden zuende. Nicht ohne nochmals gruendlich (vielleicht etwas zu gruendlich) die Konturen am linken Ohr nachzufahren.
Nachdem ich meine Ruege ueber diesen Fauxpas erhalten hatte, setzte ich mich, nicht unter Protest, selbst auf den Stuhl um mich meines gueldenen Harres zu entledigen....alles jammern, schreien und straeuben half nix, Friseur Michael (omg wie schwul) war erbarmungslos.

Zuerst schnitt Friseur Michael (xD) einen mehr oder weniger sauberen Undercut, was jedoch im Endeffekt beschissen aussah..weshalb die Maehne dann ganz abkam und ich seit vielen Jahren (5 oder 6?) endlich wieder Luft direkt an meiner Kopfhaut spuerte. Welch ungewohntes Freiheitsgefuehl. Nachdem wir uns ordentlich gekratzt und uns an das komische Gefuehl gewoehnt hatten, sammelten wir unsere Haare auf, packten sie in unsere leere Brottuete, und nahmen sie mit, auf dass sie uns auf unserer Reise begleiten sollten!

Dann gings mit der Tour los. Nachdem wir einen kurzen Blick ins verpennte Atherton geworfen hatten, fuhren wir ostwaerts um unser Mittagessen, welches aus einem Apfel und einer Karotte bestand, am Lake Eacham einzunehmen. Danach gabs eine erste Wasserfallbesichtigung an den Malanda Falls. Danach gings zu einem 200 Meter tiefen Vulkankrater im kleinen Mt. Hypipamee National Park. Nachdem wir da natuerlich runtergespuckt hatten, fuhren wir wieder oestlich zu den MillaaMillaa Falls um dann zum interessantesten Part unserer Reise, der Fahrt nach Ravenshoe voranzuschreiten. Als wir in noch hoeher gelegene Regionen kamen, fuehlten wir uns langsam wie in Schottland. Ueber hohe Paesse und vorbei an tiefen Schluchten fuhren wir in gemaechlichem Tempo durch die europaeisch anmutende Landschaft, bis wir an ein Schild kamen, dass Richtung Misty Mountains wies. Interessiert, aenderten wir unsere Route ab um dann 5 Minuten spaeter in dickstem Abendnebel weiterzufahren. Es war bis dahin mit der schoenste Teil unserer Reise. Wir cruisten munter weiter durch die Suppe und kamen dann kurz vor dem in der Daemmerung liegenden Oertchen Ravenshoe an. Das Abendlicht und der Nebel schufen eine unheimliche Atmossphaere, wer HalfLife2 gespielt hat und sich an Ravenholm erinnert, kann da vielleicht mitfuehlen ;)

Nachdem wir eben diese Atmosspaehre so gut wie moeglich festgehalten hatten fuhren wir in Ravenshoe auf einem alten Bahnhof ein, wo uns ein Deutscher, der vor 55 Jahren ausgewandert ist mit einem krassen Denglisch begruesste und sogleich erklaerte was er hier macht. Einmal pro Woche, immer Sontags, faehrt ein historischer Zug von Atherton nach Ravenshoe und der Deutsche und sein Australischer Kumpel machen den Zug hobbymaessig unter der Woche wieder fit, halten die Station instand und betreiben gleichzeitig einen billigen (3$ pro Auto) Campingplatz auf dem Bahnhofsgelaende. Nach einem kurzen Plausch wahlten wir unseren Standort ("Jetzt gebt ihr mir ne Donation und dann sucht ihr euch ne Site..is ja up to euch dann.") aus und gingen dann in den Dorfpub um einen Blick auf die Ravenshoer werfen zu keonnen.

Drinnen sah es genauso aus, wie Ihr euch das alle vorstellt. Ein paar Hillbillies sassen mit ihrem Bier an der Bar und gafften entweder die einzige Frau (die Bedienung) an, unterhielten sich oder spielten an seltsamen, hier sehr populaeren Spielautomaten. Wir assen eine Kleinigkeit und betrachteten die Szenerie. An der Bar sass ein schielender Farmer der aussah, als wuerde er uns gleich aufschlitzen. Ansonsten war er beschaeftigt, sich mit seiner "Frau" (In Ermangelung eines besseren Wortes) vollaufen zu lassen. Er liess uns selten aus den Augen. Dafuer kam aber schon bald der freundliche Wirt, fragte nach dem woher und wohin und unterhielt sich ein bisschen mit uns.

Dann taetigten wir noch ein paar Telefonate nach hause. Als ich in der Zelle stand, kam der krasse Farmer mit seiner aggressiven Alten, die Michi nach Zigaretten fragte. Auf das Nein kam dann ein "F*ck you then!". Alles klaaaaaar!

Nach diesem herzlichen Kontakt mit den Hillbillies, bauten wir unseren Roy noch zum Bett um und holten uns unseren wohlverdienten Schlaf.

Am naechsten Morgen erblickten wir als wir verschlafen durch unser Seitenfenster aeugten den schielenden Farmer wir er mit einer riesigen Schippe ueber den Bahnhof lief. Na wenn der mal nichts im Schilde hatte! Schnell gefruehstueckt und geflohen.

Nach Ravenshoe schauten wir uns die breitesten Wasserfaelle des Kontinentes, die Millstream Falls an. Einen Besuch wert, muss man schon zugeben.

Dann fuhren wir weiter Richtung Innot Hot Springs, was wir wegen den noch viel krasseren Hillbillies sofort fluchtartig wieder verliessen und zum naechsten Highlight, den Undara Tubes weiterfuhren.

Cape Tribulation

Sooo, jetzt gibts was aufs Auge.

Im momento werden sehr viele Bilder hochgeladen, schliesslich haben wir in der letzten Woche sehr viel erlebt und fast 1000 Bilder geschossen. Diesmal sind auch nicht so viele Schocker dabei, versprochen ;)
Nachdem wir in Cairns unsere Karre von 2 anderen Ossis abgekauft hatten und sie von Tyler gleich mal in Roy umgetauft hatten gings auch schon los, dick eingekauft, viele Wasserkanister und unendlich viele Nudeln mit unendlich mehr Pesto.
Man lebt ja nicht von der Hand in den Mund, vor allem nicht Gourmets wie wir.
Dann gings auch schon mit 100km/h und Tempomat Richtung Norden, in die Tropen, immerschoen nach rechts lenken weil Roy leider nen kleinen Schlag in der Achse hat und immer nach links will.
Nach wunderschoener Landschaft, einer "kleinen Great Ocean Road" und traumhaften von Box Jellyfish verseuchten Straenden kamen wir abends in Daintree an, dem wohl groessten Regendwald Kaff mit ca 4 Hauesern.
Auf dem Campingplatz stand netterweise ein Schild mit der Aufschrift "choose your site, we'll be back later."
Plaetzchen gesucht, versucht im dunklen Pesto zu kochen, auto umgeraeumt und schliesslich im Ehebett aeh Kofferraum gelegen. Beaengstigende Naehe zum Nachbar, kaum geschlafen, viel geschwitzt.
Am naechsten morgen hat uns noch keiner Geld fuer den Platz abgezogen, alles klar, Zeche geprellt, abgehauen.

Dann gings auch schon direkt mit der Faehre ueber den Daintree River in den Daintree Nationalpark (Cape Tribulation ist nur ein einzelner Strand bzw. Bereich im Daintree Nationalpark.)
Dort wars seeehr heiss und schwuel, eben sehr tropisch.
Wir haben dann mehrere Bush walks absolviert und uns beeindruckende Tropenwaelder von unten angesehn.
Riesige uralte Baeume, ueberall Lianen, viel natuerlicher Laerm.
Cape Tribulation selber war nicht so spektakulaer, es ist einfach so bekannt weil ein gewisser Herr Cook vor vielen Jahren auf seiner Irrfahrt ueber die Weltmeere hier auf ein (sicher wunderschoenes) Riff aufgelaufen ist und gleich mal ein Stueck vom uralten Great Barrier Reef zerstoert hat. Deswegen heisst diese Bucht Kap der Unbill, Cape Trib.
Danach gings zum Abendessen (rat mal was, kommste nie drauf) und schliesslich noch zum Abschluss auf Urwaldwanderung bei Nacht.
Wir hatten da so eine Tour gebucht mit der man bei Finsternis durch den Regenwald gefuehrt wird und es war wirklich stockfinster, ohne Lampen konnte man die sprichwoertliche Hand vor Augen nicht sehen. Aber die Tour lohnte sich wirklich, neben vielen Deutschen (mal wieder), uebergrossen Insekten, glow-in-the-dark (fluoreszierenden) Pilzen, 500 Jahre alten Baeumen und Kletterpartien ueber Stock, Stein und Bachlaeufe fand unser Fuehrer noch eine extrem grosse und boese schauende Kroete, die er mit den Worten Schaedling, extrem giftig und Plage beschrieb. Er demonstrierte gleich mal wie die Kroete ihr Gift abspritzt, welches dann natuerlich auf meiner Hose landete. Fortan durfte ich nicht mehr an ihr schlecken.
Das Problem an der Kroete war, das jedes Tier das die Kroete frisst, stirbt.
Schliesslich sagte er nur "I kill everyone I see" und mit einem lauten Knacken gabs einen boesen Schaedelbasisbruch fuer dir Kroete am naechsten Baumstamm.
Zurueck im Auto fuhren wir noch bei Nacht bis Mossman auf einen Campingplatz, aergerten uns noch darueber dass Roy partout die Heckklappe nicht geoeffnet lassen wollte und schliefen dann mehr oder weniger zufrieden, jedenfalls schwitzend, ein.

Cairns

Von Townsville gings direkt nach Cairns, dort checkten wir im nJoy! Hostel ein und verbrachten die Woche mit Autosuche, Autokauf, parteyyy im woolshed und an der Lagune liegen.

Das Highlight war natuerlich der Ausflug aufs Great Barrier Reef, Schnorcheln an bunten Korallen mit riesigen Fischen, der Wahnsinn wuerde Julian sagen.

Dazu gabs noch einen free into dive, also halbe Stunde Scuba Tauchen mit Tauchlehrerin an der Hand, ums Riff in 6 Meter Tiefe, Nemo gesehen und ganz kurz die scheuen Riffhaie.

Fuers erste Mal tauchen war das sehr geil.

Leider hatten wir mal wieder nicht ganz so viel Glueck wie manch anderer die unter Wasser noch Haien, Schildkroeten und Oktopussen (die selbst die Tauchlehrer in 15 Jahren hier noch nicht gesehen haben) begegneten. Aber das war trotzdem der Hammer!

Dienstag, 7. Oktober 2008

Es ist ein neues Fotoalbum online.

Donnerstag, 25. September 2008

Townsville

Ole rotweiss!



Die Bilder vom Lone Pine Koala Park sind jetzt endlich online, nachdem sie einen Monat auf meinem USB Stick gelagert waren. Endlich kann man die total faszinierenden, hochaktiven, vielfressenden und sozial interaktiven Beutler bewundern, manch einer mag auch sagen, dass sie den ganzen Tag nur pennen. Verstaendlich. Jedenfalls viel Spass damit.



Nach Meldung der minderen Wasserkatastastrophe in unserem Badezimmer entfleuchten wir alsbald unser semipermanten Wohnstatt und hielten unsere (teils grossen) Nasen gen Norden um mehr luftige Seebrise zu schmacken. Alsdann wir aus der Insektenfabrik ausstiegen um in der Proletariatsstadt Townsville (Stadtdorf) Arbeit zu suchen, schlug uns sogleich eyne grosse Hitze entgegen. War unsere wackere Schar jetzt wirklich dort angekommen, was sie die Tropen heissen? Es schien so.

Nassgeschwitzet tscheckten (neudeutsch) wir ins Premier Bus Hostel ein (Erstes Bus Hotel) fuer nur wohlige 20 Dollaren die Nachtstatt. Auf unserem Zimmer waren viele gelbe fremde Maenner (mit viel weniger Behaarung als wir) wir baten sie sogleich teutscher Art ihre Hottentottenunordnung zu beseitigen und dem weissen Mann etwas Platz zu verschaffen!
Welch wildes Volk, dass so hausen tut! Die gelben Maenner sprachen in seltsamen Zungen und wir verstanden kaum etwas. Selbst das gemeine Angelsaechsisch sprachen sie nur mit seltsamem Unterton wodurch die Conversation erschwert wurde.
Wir sattelten ab und verstauten unser Habe. Just darauf begruessten wir eine Kiwi namens Sam in unserer armen Huette. Ein durchaus netter Gesell der da ankam! Wir parlierten sogleich ein paar Minuten und liessen uns heisse Raete zur Arbeitssuche geben. Ermutigt zogen wir los um unser Glueck zu versuchen.

Doch oh weh! Es war eine gar schlechte Situation fuer fleissige Tageloehner. Nach zwei Tagen Suche waren wir Gesellen dann zumindest bei einer Agentur gemeldet die, so sagte sie, uns Arbeit beschaffen wolle. Einen Tag danach, den wir mit Spezialisierung unser Billardfaehigkeiten verbrachten gaben sie dann ein Zeichen! Ein Ellkaweh sollte abgeladen werden, nun denn frisch ans Werk. Leider konnte mein Mitreisender nicht ebenfalls arbeiten, da er einer ueblen Posse der VanDiemen'slaender aufsass die ihn in die Irre fuehrten! Als haette uns das Schicksal nicht schon so uebel mitgespielt. Trotz allem machte ich mich an mein Tagwerk und lud sieben Stunden lang Lkws aus. Die Arbeit war hart, doch der Lohn versprach gut zu werden, also liess man sich nicht beeindrucken. Doch ihr ahnt das Uebel sicher schon! Es war der einzige Tag an dem wir Arbeit hatten. Die naechsten Tage verbrachten wir indem wir diese fremde Stadt weiter erkundeten. Sie bot einen schoenen Strand und eine wunderschoene Lagune an der es sich gut sein liess.

Leider meldete sich die Agentur auch die naechsten Tage nicht mehr und so beschlossen wir die letzte Etappe unserer Busreise anzutreten und ins tropische Cairns zu fahren. Gesagt getan.

Unser Busfahrer erwies sich diesmal als aeusserst gespraechig...oder seine Selbsthilfegruppe war diese Woche ausgefallen. Jedenfalls quatschte er munter die ersten 15 Minuten der Busfahrer durch seine enervierende Mikrofonanlage auf seine sich in Qualen windenden Fahrgaeste ein. Nichts konnte seiner Stimme etwas entgegensetzen, kein Mp3Player war laut genug um seine Sorgen zu uebertoenen. Nebenbei erlaeuterte er dann noch fuenfmal die ueblichen Busregeln.
Dazu kam, dass wir einen jungen Mitreisenden einen Moment zu lange betrachtet hatten und er dies dann prompt als Gelegenheit sah auch uns alles zu erzaehlen was in seinem Gehirn rumschwirrte. Kimber nannte er sich und er kam aus Bundaberg, in Cairns kann man toll Skydiven, wie ist das Wetter in Deutschland und er hat ein rotes Fahrrad. Oder so eben. Antworten interessierten ihn garnicht. Nach einer Stunde freundlich Nicken hatte er sich dann leerquatscht. Wie froh waren wir, als wir endlich in Cairns aus dem Bus durften, jedoch nicht ohne 10 minuetige Verabschiedung vom netten Busfahrer.

Es gruesst die tropische Schar die jetzt wieder nur aus Zweien besteht, tja nur die Harten kommen in die Tropen.

Montag, 15. September 2008

Airlie Beach






Ein knappes Stuendchen hielt der Insektenexpress auch schon an einem der schoensten Flecken der Ostkueste: Airlie Beach

Kein Zweifel, an so einem schoenen Oertchen waren wir jetzt noch nicht gewesen. Also schnell raus aus dem Bus, Gepaeck geschnappt und nach kurzem Gewaltmarsch mit 50 Tueten voll mit unnuetzem Essenskram von Johanna und Steffen kamen wir auch schon in unserem neuen Hostel, dem Koala Resort an.
Das Koala Resort bot grade ein Summerspecial an (wobei es eigentlich ein Winterspecial sein haette muessen, warum das aber so hiess haben wir nie rausbekommen), was den Zimmerpreis auf angeheme 20 Dollar drueckte. Feinfein. Eingecheckt und unseren BUNGALOW, ja ihr hoert richtig ein ganzer Bungalow ganz fuer uns alleine. Mit Bad und Kueche inklusive, letztere durfte man aber aufgrund der Kakerlaken nicht benutzen^^

Jedenfalls machten wir es uns erstmal richtig gemuetlich belagerten zwei Betten mehr als als noetig und machten uns dann munter auf Jobsuche. Die lief erstmal ganz vielversprechend. Wie immer suchte jeder zweite Laden, Pub, Reinigungsdienst etc irgendjemand. Also haben wir uns fleissig beworben (unter anderem bei Subway, McDonalds und Red Rooster).

Fuer Mittwoch (10.09.08)wurde dann unser Segeltrip ueber die Whitsundays auf der SilentNight angesetzt, was ein kleines feines Segelschiff mit einem Mast war.

Unsere Freizeit genossen wir an der wunderschoenen Lagune die der ganzen Welt umsonst zur Verfuegung steht. Eingekauft wurde im Woolworth 3 Km weiter.

Frueh am Mittwoch wackelten wir dann zum Hafen um unsere Tour anzutreten.
Komischerweise waren wir die juengsten auf dem Schiff. Ausser uns vier gab es noch Brandon, den Kapitaen und Zac(omg) den Koch und Maedchen fuer alles.
Die anderen Gaeste waren eine Franzoesin aus Lyon und halb Barcelona, naja 10 Spanier eben.
Die waren alle ueber 30, dafuer versprach unser Boot tolle Segelerfahrung. Die gabs, nach komplizierter Einfuehrung in die technischen Feinheiten des Schiffsklos dann sofort. (Everyonecoolwithat?)

"Hey Boys, aneed sm voluntaers, jumpap and grab da ropover der." Ganz klar wenn man im Slang drin ist. Also zogen wir das Seil mal fleissig hoch und hissten damit unser Segel. Damit war die Experience beendet..hm zugegeben ein wenig duerftig.
Jedenfalls mussten wir uns dann hinsetzen und fuhren raus auf die Whitsundays. Ausser lesen, gucken und Fotos machen gab es nichts zu tun. Brandon war unaustralischerweise nicht besonders gespraechig und Zac schien stets furchtbar beschaeftigt. Naja egal.

Abends legten wir dann in einer Bucht an, in der ungefahrt 8 andere Schiffe ankerten. Langsam wurde uns klar, dass wir hier in einer riesigen Karawane um die Inseln gefuehrt werden...
Zur Entschaedigung gab es dann aber erstmal ein fettes Abendessen. Nach 2 Bier wars dann auch dunkel und wir begaben uns in unsere Kojen. Im Schiff drin schwankte es wie in der Achterbahn. Dummerweise waren unsere Betten (in Ermangelung eines besseren Wortes) nur knapp 70 cm breit und vielleicht 85cm lang. Aber darauf war man ja eingestellt.
Wir beherrschten uns jedenfalls, behielten unser Mageninneres da wo es sein sollte und schliefen dann irgendwann ein.

Am naechsten Morgen begruesste uns der strahlende Sonnenschein und ein Spanier der bereits die halbe Marmelade gefressen hatte. So ein gieriger Sack. Sofort legten wir uns ins Zeug und verminderten unser Fressdefizit auf ein Minimum und ueberholten den Gierhals auf der letzten Toastscheibe um ein paar Millimeter. Das schmeckte ihm garnicht. Egal.

Dann gings auf die erste Insel und wir konnten einen fast schon tropisch anmutenden Strand bewundern. Die Bilder sprechen da fuer sich.

Nach 3 Stunden holte uns Zac wieder mit dem Motorboot ab und wir fuhren zum ersten Korallenriff(chen). Nach ein paar Schnorcheleinfuehrungen und der Aufklaerung in welches Ende man blasen muss (Everyonecoolwithat?) durften wir dann ins Wasser.

Wir hatten sogar eine Unterwasserkamera dabei, leider sind die Bilder noch nicht entwickelt. Jedenfalls sah es recht huebsch auch da unten, wir glauben allerdings dass es im Vergleich zum richtigen Great Barrier Reef garnichts ist. Allerdings gab es ein paar echt grosse Fische (ueber 1 Meter) die wir natuerlich ausgiebig beaeugten. Dann sammelte uns Zac wieder ein und die Karawane ging weiter. Brandon schien Durst zu haben. Er liess das Segel unter und fuhr in seinem Marinepark mit seinem schmutzigen Dieselmotor weiter. So ein Schlingel wenn das mal keiner merkt.

Dann kamen wir zum abendlichen Ankerplatz. Zac verschwand in der Kueche waehrend wir anderen den Sonnenuntergang anschauten (Bilder!!) Die Franzoesin machte netterweise ein Gruppenbild und ich erprobte prompt meine erst vor kurzem aufpolierten Kenntnisse in einem Smalltalk ueber Lyon. Ging wunderbar.

Nach einer weiteren Nacht in der Schiffschaukel durften wir dann am naechsten Morgen erneut Schnorcheln gehen. Allerdings waren ein paar ziemlich fiese Quallen im Wasser die zwar winzig und fast unsichtbar waren, ihre Beruehrung aber fuer ein paar Minuten ordentlich brennen konnte. Das Korallenriff war diesmal um einiges mehr bevoelkert. Es zogen mehrere grosse Fischschwaerme umher die so gut wie keine Scheu vor den ganzen Schnorcheln zeigten (wahrscheinlich waren sie den Stress gewohnt ;) )
Danach gings dann mit geblaehten Segeln wieder Richtung Airlie Beach. Noch ein letztes Mal den Wind, die Sonne und das angenehme Schwanken geniessen, bis uns das Festland dann letztendlich wieder hat. Es folgte eine ueberaus herzliche Verabschiedung von Seiten der Spanier was uns alle ein bisschen ueberraschte und ein laessiger Handschlag mit dem Skipper und Zac, der Putze.

Die naechsten Tage stellten wir dann fest, dass wieder mal alle Jobangebote ein nett gemeinter Witz waren, McDonalds generell keine Backpacker einstellt (tja wieso sagt man uns das nicht am Anafng, wenn wir danach fragen?) und Subway wohl optimal besetzt ist.
All das veranlasste uns dann letztendlich den naechsten Insectexpress noerdlich nach Townsville zu nehmen.

Es gab auch noch eine verdammt witzige Geschichte die in erster Linie unser Klo und einen Herrn E. aus Tiefenbronn beinhaltet. Es begann alles als Herr E. gemuetlich auf dem Klo sass und sein Leben genoss. Sein Mitreisender Herr K. sass auf seinem Bett und schrieb in sein Tagebuch. Auf einmal hoerte Herr K. erschrockene und veraergerte Schreie aus dem Klo. Offensichtlich war die schon zuvor leckende Leitung gerissen. Viele witzige Kommentare wurden ausgesprochen als Herr E. sturmartig das Badezimmer verliess. Leider darf ich keinen nennen. Dann sprang Herr E. aufgescheucht herum und appelierte an Unterstuetzung meinerseits. Dummerweise war ich voll und ganz mit Lachen beschaeftigt. Verbissen startete Herr E. zum Gegenangriff auf das rebelliernde Klo. Es stank uebrigens ziemlich nach...Abfluss.
Beherzt schwang sich Herr E. auf das Klo und griff nach dem gebrochenen Rohr. Mit Geschimpf und Gezeter versuchte er der Materie seinen Willen aufzuzwingen. Herr K. fegte solange sintflutatige Wassermassen in die Dusche um seinen Freund vor dem sicheren Ertinken zu bewahren. Derweil kaempfte Herr E. weiterhin seinen Kampf gegen das Unvermeidliche.
Ploetzlich klopfte es an die Tuer. Sollten jetzt auch noch die Konstanzer Unholde dazukommen und alles noch schlimmer machen? Es war keine Zeit zum Oeffnen. Verzweieflt stemmten sich die zwei Tiefenbronner gegen die Natur. Irgendwann, als wir schon alle Hoffnung aufgegeben hatten zwang Herr E. den toten Stoff an seinen angestammen Platz. Mit einem bedrohlichen Aechzen zwaengte es sich hinein. Dann wurde es still. Die Gemueter waren bis zum Zerreissen gespannt. Wuerde es halten? Hatten wir es wirklich geschafft? Tatsaechlich! Heureka! Wir hatten die Katastrophe ueberlebt. Unser Scheisshaus war wieder dicht!
Endlich war auch Zeit die Konstanzer hereinzulassen. Gluecklich und abgekaempft stand Herr E. neben seinem reparierten Klosett. (Ich lade dann noch Bilder hoch)
Als das Klo dann auch noch seinen ersten Spueltest ueberlebte und eine nur geringe Menge Wasser austrat hatten wir es vollends geschafft. Glueckwunsch Michael, deiner Maschinenbaukarriere kann nichts mehr im weg stehen...oder lieber doch GasWassrScheisse?

Es gruesst und gratuliert der treuherzige Helfer, der seinen Freund auch diesmal nicht allein im Regen/Abwasser stehen liess.
Tschuess.

Dienstag, 9. September 2008

Und dann endlich (leider) Proserpine...

Morgens kamen wir nach einer eher wenig erholsamen Nacht im Premierinsektentransport in Proser Pine an. Es dauerte gar nicht lange da hatten wir unseren Irish Pub schon gefunden in dem wir hausieren sollten. Sah alles gar nicht so schlecht aus. O'Duinn der Besitzer wies uns freundlicherweise darauf hin, dass schon gestern ein paar Deutsche den Job hingeschmissen hatten. Soso. Davon liessen wir uns natuerlich nicht entmutigen und wackelten munter zum Second-Hand Store um uns schoen Baumwollsklavenmaessig einzudecken. Wir sahen sogar echt authentisch aus! (Fotos folgen)

Als wir dann abends beim Abendessen in unserer 5 Sterne Hostelkueche sassen (haha) machten uns die anderen nochmal so richtig Lust auf die Arbeit. Selbst die Koreaner fanden es wohl furchtbar anstrengend und ueber die erzaehlt man sich in Sachen Fruitpicking die groessten Geschichten. Ben, ein Lehramtsstudent aus Bayern berichtete uns euphorisch von den bestialischen Rueckenschmerzen und der geilen Bezahlung. Zudem kam dann noch dass der bloede Pub verdammt teuer war und wir solche Summen anderswo fuer ein Spitzenhostel hinlegen wuerden. Naja egal, also rein in die Falle und am naechsten morgen um 5 raus. Sklavenkluft an, Muesli reingeschaufelt, in den Bus gestiegen und zum Feld gefahren.
Ein paar Minuten spaeter kam schon die hochgelobte Jackie, ihres Zeichens Adolf Hitler vom Auberginenfeld. Mit ein paar kurzen Anweisungen wurden wir mit Handschuhen und Gartenschere aufs Feld geschickt. Auberginenpfluecken ist nicht wirklich schwer. Man pflueckt alle die von den Fingerspitzen bis zur unteren Handwoelbung reichen, wenn sie dicker sind duerfen sie ein bissel weniger Laenge aufweisen. Also schoen gebueckt und losgeschafft. Zuerst gabs ein Lob von Jackie Hitler, wir haetten ganz toll gepflueckt. Dann fuhr sie uns an sie wuerde uns auf der Stelle feuern. In unserem Eimer lagen naemlich zwei Auberginen die zu klein waren. Das wuerde den Farmer jetzt 100000$ plus Zinsen kosten und ihm ewig im Schlaf nachgehen. Okay, okay alles klar. Entschuldigt weitergemacht. Nach 10 Minuten kam sie dann um uns unsere Kuendigung zu ueberreichen. Ich fragte sie nach einer zweiten Chance die komischerweise sofort gewaehrt wurde. Hab ich die Druckmethoden vom dritten Auberginenfeld sofort durchschaut. Dann wurde es monoton. Mit jeder Aubergine tat einem das Kreuz mehr weh, trotzdem gab jeder sein bestes. Vom ganzen Staub der vom Feld aufgewirbelt wurde und durch den Bauer der natuerlich genau dann mit seinem Traktor das andere Feld umpfuegen musste bekamen alle einen Dauerniesanfall. Frau Hitler huepfte durch die Auberginen und mahnte zur Eile. Moeglichst schnell niesten wir dann weiter. Dann gab es Pause. Die war sofort um, verdammt und die Pflueckerei ging wieder los.
Dazu wurde es dann auch noch richtig huebsch heiss auf dem Feld. Jackie meinte dann wir seien zu langsam und muessten schneller machen. Erste Mordkomplotte wurden gegen sie geschmiedet. Sie zeigte sich aber unbeeindruckt.
Der Rest vom Tag ging in etwa so weiter. Abends fielen wir alle auf den Laster und liessen uns zurueck ins Hostel karren. Keinen Tag mehr.
O'Duinn war ziemlich angepisst als wirihm sagten, dass wir abhauen wuerden. Nunja kann ich ja verstehen..ich bot ihm sogar an seinen Platz am Tresen zu uebernehmen aber das wollte er auch nicht. Michi hielt ihm dann sofort unsere Rechte unter die Nase, was er dann nutzte um rumzuschreien. Wir versuchten es weiter auf die ruhige Tour und beteuerten dass er zwar Recht hatte und wir Weicheier waeren, wir aber Weicheier waeren die nichts unterschrieben hatten und von daher sicher dastanden. Das regte ihn verdammt auf. Er sagte uns er muesste heute abend einen saufen und drueber nachdenken.

Am naechsten Morgen dann gab er auf erneutes Draengen jedem von uns 90 Dollar zurueck..was eigentlich ganz in Ordnung war wenn man seine Situation bedenkt. Wir empfehlen ihn natuerlich gerne weiter. (Rofl lol)

Zufrieden und mit einem alten Maenner Gang huepften wir in den premier bus und beklagten unsere Kniee. Dann zischten wir ab vom Ort des Grauens: Proser Pine!

So Zeit laeuft ab! Bis denne!

Freitag, 5. September 2008

Rockhampton

Nachdem wir in Rockhampton, der Fleischhauptstadt von Australien mitten in der Nacht mit dem Premier Bus gelandet waren (ein Wort zum Bus: Australien hat generell sehr viele und eklige Viecher, nur dass in den Bussen immer solche Minikakerlaken bzw Kaefer leben ist schon seltsam) kommandierte uns Johanna erst einmal rum, dass wir ein Taxi suchen sollten. Nachdem wir 2 Minuten land beobachteten wir neben uns ein Taxi auftankte und davon fuhr ging ich auch mal gemuetlich auf die Strasse, nur um festzustellen dass weit und breit kein Taxi in Sicht war. Life sucks sometimes ^^
Die nette Dame von der Tanke rief dann aber fuer uns ein Taxi und wir kamen doch noch zum Ascot Stonegrill Hostel, so ziemlich das einzige in ganz rockhampton.
Natuerlich war um diese Zeit niemand mehr auf, aber wir hatten schon vorher den Tuercode bekommen und so kamen wir sogar rein. Drinnen wars ziemlich gemuetlich und an der Wand hingen soagr Bilder von Steve-O und Chris Pontius, die schon hier waren und mit Capricorn Dave ne Safari gemacht haben, wem der Begriff MTV Wildboys was sagt.
Morgens traffen wir dann zum ersten Mal auf Robby, die Hausmama, die uns erstmal herzlich begruesste. Unten im Pub bezahlten wir bei Ihrem Mann erstmal die Nacht und als er erfurhr dass wir in der Fleischfabrik arbeiten wollten fuehrte erstmal mehrere Telefonate fuer uns und suchte auf den Ueberwachungskameras die Robby, die uns dann sogar zur Fabrik fuhr.
Australische Freundlichkeit, endlich erleben wirs mal ^^
In Rockhampton war nicht viel anzufangen, ausser ner Bowling Bahn gabs hier nicht viel, die Stadt erinnerte ziemlich an eine verschlafene amerikanische Kleinstadt a la Big Lebowski.
Wenigstens gabs im Hostel eine PS3 mit GTA 4, was auch unsere Haupttaetigkeit in diesen Tagen bildete. Das ganze war ziemlich relaxt und familiaer, die Leute dort waren auch teils bemerkenswert, so z.b. ein neuseelaender, der mit 18 von daheim ausgezogen ist und auf Reisen ging und heute mit 45 immer noch auf Reisen war. Der hatte eine ganze Menge Stories zu erzehlen, unter anderem auch wie er auf Bali einen krebskranken deutschen Kumpel nach dessen Tod durch das ganze Land zum einzigen Krematorium fuhr, weil es dessen letzter Wunsch war verbrannt und als Asche ins Meer gestreut zu werden. Dummerweise sind die Oefen auf Bali keine deutsche Wertarbeit und der Neuseelaender hatte am Ende statt einer Urne 2 Kisten voll deutscher Asche und Knochen, die er dann ins Meer werfen musste. Strange.

Dummerweise erfuhren wir bald dass es bis zu 3 Wochen dauernd konnte bis man in der Fleischfabrik anfangen durfte, davon abgesehen musste man eine Impfung aus eigener Tasche bezahlen, also beschlossen wir mal wieder ziemlich Hals ueber Kopf die Stadt zu verlassen.
Wir hatten eine Telefonnummer von einem Kerl der uns einen Fruitpicking Job in Proserpine beschaffen konnte, also fackelten wir nicht lang, packten unsere Sachen, verabschiedeten uns von Robby und machten uns nachts um 2 auf zum Premier Bus.
Kurz bevor der Bus abfuhr entschlossen wir uns noch im McDo ein paar Burger zu holen. Da es aber schon so spaet war hatte nur noch der Drive In offen. Also liefen wir mal eben zum Drive In Fenster, aber der Kerl dort wollte uns nichts verkaufen weil wir nicht in einem Auto sassen.
Also besorgte ein Aussie, der auch noch nen Burger wollte schnell ein Taxi, dieses fuhr dann in den Drive In um fuer uns zu bestellen. Dann wollte der Kerl uns aber immernoch nichts verkaufen, weil wir nicht im Auto sassen. Also huepften mal eben der Aussie und mehrere Aboriginies die auch noch Burger wollten ins Taxi um von dort aus zu bestellen. DEr taxifahrer war sichtlich genervt. Danach gings dann endlich ab Richtung Proserpine.

Whale Watching

Gleich als wir von Fraser zurueck waren hat uns phil ueberredet whale watchen zu gehn, erst war ich nicht ganz sicher ob sich das lohnt, aber jetzt bin ich froh.
Das was wir da gesehen haben war echt der Hammer. Erstmal sind wir mit einem Katamarran ziemlich lange aufs Meer raus gefahren und wir haben uns schon gefragt ob noch eins von den Viechern auftaucht. Aber irgendwann sahen wir ein kleines Seegelboot das scheinbar Kontakt zu
Ausserirdi.. Verzeihung, Walen aufgenommen hat.
Durch lautes Rufen ham dies doch glatt geschafft die Aufmerksamkeit von 2 Buckelwalen auf sich zu ziehen, die ums Boot rumschwammen.
Aber da wir schliesslich gezahlt hatten und sowieso mehr Leute waren hatten wir die Wale, ebenfalss durch lautes Rufen und Winken bei unsrem Boot, yeah, und das Segelboot musste enttaeuscht abziehen.
Das witzige bei Buckelwalen ist dass sie so neugierig sind, dass sie extrem nahe ans Schiff herankommen und ewig da bleiben. So bald sie Menschen hoeren oder sehen kommen sie gleich her um sie zu begutachten.
Irgendwann fingen sie sogar an kleine Kunststuecke zu zeigen, z.B. Rolle rueckwaerts ^^
Am Heck des Boots wurde schliesslich noch eine Plattform herunter gelassen, auf der man im Wasser stehen konnte und den Walen noch naeher kam. Die kamen tatsaechlich so nahe dass man sie haette streicheln koennen, durfte man aber nicht.

Als es spaet wurde mussten wir uns langsam von den Walen entfernen, zum glueck kam noch ein anderes Schiff dass die Aufmerksamkeit der Wale auf sich zog und wir konnten sicher von Ihnen weg fahren.

Das muesst ihr euch noch ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=GousJMIYRck

Sonntag, 31. August 2008

Fraser Island





Am naechsten Morgen dann gings richtig los. Ganz schoen verpennt trafen wir um sieben Uhr auf den Besprechungsraum auf unsere Mitreisenden. Ein paar junge Inderinnen, ein paar Maedels aus dem UK die von einem englischen Mannsweib angefuehrt wurden, zwei recht sympathischen Italienern (Federico und Anna-Lisa) und...einem bayrischen Paerchen. Also ob es hier an der Ostkueste nicht schon mehr Deutsche gaebe als am Ballermann!
Alex war ca. 1,85 gross und wog geschaetzte 130 Tonnen, pardon Kilogramm. Seine Freundin war nerviger als Sackratten und studierte seit zwei Jahren englisch. Wenn sie sich richtig anstrengte und versuchte ihren bayrischen Akzent auszumerzen kam sie an ein mittleres Hauptschulenglisch gut heran. Nach einer Stunde Wartezeit kam ein verschlafener Australier mit einem "Howya goin" herein, legte ein Infovideo ueber Fraser Island ein und verschwand dann wieder. Er musste sich wohl irgendwo noch ein wenig hinlegen.
Vollgepackt mit Informationen und einer sicheren Dingoabwehrtechnik machten wir uns dann auf unsere Allradantriebfahrzeuge zu besteigen und uns mit Poviant fuer unsere 3 Tage einzudecken. Alex fuhr die ganze Strecke im dritten Gang und meinte das sei so schon in Ordnung. Vielleicht machen das die Leute in Bayern ja so ;)
Wir liessen uns jedoch nicht beirren und versuchten weiterhin eine Gruppenidylle vorzutaeuschen.
Im Supermarkt ergriff dann Mussolinis Partei das Ruder und kaufte tonnenweise Weissbrot ein. Einwaende von Konstanzer/Pforzheimer Seite ein wenig nahrhafteres aber dafuer weniger Brot einzukaufen sties auf kolossales Unverstaendnis. Ausserdem kuerzte Frau Mussolini unsere Haferflokenration auf eine Packung und gestand uns nur unter gewimmertem Betteln zwei weitere Kartons Milch hinzu. Fuers Mittagessen gabs einmal Nudeln und einmal Wuerstchen mit Weissbrot. Im Bottelshop kauften wir uns einen Kartonbierdosen (XXXX-Gold - klasse Bier wie ich finde) waehrend der Bayer ganz undeutsch zu 10000 Hektolitern Wein griff.
Komparse Michael packte dann alles fein bedacht und saeuberlich in eine Kuehlbox, liess nochmals pruefend den Blick schweifen und wollte sie dann in der Karre verstauen. Denkste.
Die Italienerin griff selbstbewusst hinein, schmiss alles auf den Parkplatz warf es dann wieder ungeordnet in die Kiste und drueckte den Deckel mit Gewalt zu. Wir sagten lieber nichts. Sie konnte eh nicht gut Englisch. Mit hoeflichem Laecheln fuhren wir dann zur Faehre.

Mit dem frischen Seewind in der Nase stiegen wir aufs Oberdeck und rissen herzhafte Witze ueber den Bayer. Johanne massregelte uns zum 1000mal, dass wir fiess seien und die Bayern ganz wunderbare Leute. Federico sagte wie immer wenig und aergerte sich, dass er auf Fraser Island fahren musste und kein Gras dabeihatte. Dann setzte sich die Bayerin ungefragt auf meinen Platz. Wir nahmen erste Schwingungen war.

Nachdem wir auf der Insel unsere Fahrerlaubnis abegholt hatten gings ins die Pampa. Also Allradantrieb rein, festhalten und los. Berg hoch, Berg runter, mit gefaehrlicher Schraeglage um Kurven, dabei so durchgeschuettelt, dass man kaum glaubte dass alle Organe noch am selben Platz seien. Nach einem Stuendchen erreichten wir die das erste Highlight: Lake Wabby

Nach 5 Minuten Fussmarsch kamen wir an einem Aussichtspunkt an, an dem man einen wunderschaenen Blick auf den klaren See hatte. Wir zogen die Badehosen an und wollten die 1,8 Kilometer zum See sofort hinter uns bringen.
"Jo mei, do laufe jetzt net hin, gemma liebr essn!" lautete der bayrische Kommentar.
Wir ignorierten es, wir waren nicht zum Essen auf Fraser und rannten den Hang hinunter.
Die Bilder hierzu sagen mehr als 1000 Worte. Jedenfalls war der See erfrischend kuehl und wir schwammen ein paar Runden drin herum. Als wir nach eineinhalb Stunden wieder zum Auto kamen war jenes zwar noch da, die Italiener, Bayern und Konstanzer aber verschwunden. Dafuer sassen ein paar Franzosen rum die grade ihren Nachtisch vom Abendessen kifften. Wir genossen die letzten Sonnenstrahlen und warteten. Nach einer Weile japste der Bayer den Hang hinauf, er schwitzte..wie ein Schwein xD. Wir ueberlegten kurz ob Fraser Island eine Bergwacht hat, entschieden uns dann aber dagegen dem Gedanken weiter nachzuhaengen. Die Italienerin betonte, dass man in Italien jetzt zu Abend isst. Darauf fuhren wir schnell zum Nachtlager.

Im Halbdunkeln kochten die harten Leute aus Stuttgart Konstanz und Mailand waehrend der Bayer auf dem Boden um Fassung kaempfte. Dazu trank er ein Tetrapack Wein. Es gab Wuerstchen und Kartoffeln (und natuerlich Weissbrot), die Kartoffeln brauchten aber 2 Stunden weshalb das Essen sehr franzoesisch wurde und etwas in die Lange gezogen wurde.
Dann machten wir es uns auf unseren Kuehlboxen bequem und machten ein paar Raetsel mit den Italienern. Es mag langweilig klingen, aber viel mehr als Biertrinken war in der Dunkelheit mit unserem fahlen kleinen Licht nicht anzufangen. Gegen spaeter streunten dann ein paar neugierige Dingos um unser Lager, Michi fuehlte sich sogleich als ein Teil des Rudels und marschierte zuversichtlich in den Busch um neue Freundschaften zu schliessen. Die Dingos hatten dazu aber eher wenig Lust und gingen ihm (Gott sei Dank) aus dem Weg. Michis Rudel war an dem Abend sowieso eher XXXX Gold Lager - The Real Aussie Beer

Kurz bevor wir ins Bett gingen beschlossen wir noch vor an den Strand zu gehen, um einen besseren Blick auf Himmel und Sterne zu haben. Dabei wiesen wir die Englaenderinnen freundlicherweise darauf hin, dass sie ihren Motor von Zeit zu Zeit starten muessen, da die Karre sonst bei staendigem Scheinwerferbetrieb morgen nicht mehr anspringen wuerde. Dankbar nahmen sie unseren Ratschlag an ;)

Was uns am Strand erwartete ist mit Worten leider sehr schwer zu beschreiben und keine der Kameras war gut genug um das Bild am Himmel einzufangen. Es sei nur soviel gesagt, dass wir noch nie in unserem Leben soviele Sterne gesehen und einen so guten Blick auf die Milchstrasse
gehabt hatten, Sie zog sich wie ein weisssilbrigens Band uebers gesamte Firmament, einfach unglaublich. Soooooooooooooooviele Sterne gibts nirgendwo sonst auf der Welt.
(Fraser Island ist aufgrund der Abgeschiedenheit und der wenigen Lichtquellen tatsaechlich einer der besten Orte auf der Welt um Sterne zu beobachten)

Am naechsten Morgen nahmen wir ein kraeftigendes Fruestuck aus Weissbrot (haha) Haferflocken und Cornflakes zu uns. Dann ergriff Michl selbstbewusst das Steuer.
Wir fuhren vor auf den Strand und dann Richtung Norden, immer die Kueste entlang. Auch hier beschreiben die Bilder wohl am besten wie es da aussah. Wir fuellten unseren Wasserkanister wieder auf und machten den Bayern klar, dass die Fahrerkabine heute in Pforzheimer Hand bleiben wird. Komischerweise nahmen sie das hin.

Nach zwei Stunden fahrt erreichten wir dann den Indian Head, wo wir leider (himmelnochmal!) unsere Kamera im Auto evrgessen hatten, wir werden bei Gelegenheit aber ein paar Bilder von Steffens Blog klauen und dann hier posten. Jedenfalls musste man den Indian Head, eine grosse Klippe, die man nur ueber eine kurze ungemuetliche Inlandspassage mit dem Auto umfahren konnte. Allerdings steckten da schon vier Australier drin fest. Wir liessen das Auto stehen und erklommen das Kliff zu Fuss, oben bietete sich uns ein wunderbarer Ausblick ueber die Insel. Nachdem wir das lange genug ausgekostet hatten und einen Buckelwal beim Tauchen bewundern durften standen die Champagne Pools auf dem Plan. Eine Art Lagune, die bei Flut mit Meerwasser gefuellt wird und dann wunderbar als Schwimmbecken genutzt werden kann. Da aber kein Auto zur Verfuegung stand, haetten wir mehr als eine halbe Stunde gebraucht um dort anzukommen. Mit dem Bayer sicher eine ganze. Ganz klar hier musste was getan werden.
Also kletterten die wagemutigen Tiefenbronner das Kliff auf der anderen Seite hinunter, bahnten sich einen Weg durch unwirtliche Felsen, retteten eine Jungfrau, erschlugen den Drachen und sassen dann wieder im Auto.
Ausgeparkt, schwung geholt, Videokamera an, kurz durchgeatmet und das Gas an den Boden getreten. Pilot Michael wuchtete den labilen Offroader ueber eine Sandbank und hupte die Australier aus dem Weg die (wie immer) total happy und amuesiert das Schauspiel verfolgten und bereitwillig die Fahrbahn freigaben. Mit geschaetzten 50 KmH zischten wir den schmalen Sandigen Pass entlang und agil zwischen den feststeckenden Aussiautos hindurch. Zugegeben zwischendrin konnte es einem schon ein bisschen mulmig werden.

Auf der anderen Seite warteten wir dann natuerlich extrem cool auf den Rest vom Schuetzenfest der soeben den Abstieg bewaeltigt hatte. "Jo mei Respekt gell, I haett mi des net traut!" lautete der anerkennende Kommentar. Danke Alex.

In Windeseile waren wir dann bei den Champagne Pools wo die Sueddeutsche Fraktion dann auf eigene Faust entdeckte wie eine Koralle oder Anemone in freier Wildbahn aussieht und funktioniert. Faszinierend ^^
Wie immer beschrieben hier die Bilder am besten wie es dort aussah.

Da die Tage hier immer noch recht kurz sind, die Sonne beginnt um 17:00 Uhr unterzugehen, mussten wir die Champagne Pools schon frueh wieder verlassen.
Da Kameramann Klink beim ersten Durchqueren des Passes eher das Amaturenbrett als die Strasse filmte wurde er aehnlich spektakulaer wiederholt. Leider ohne Hupe. (Dabei war die so geil!)
Wir fuhren den gleichen Weg nach Sueden hielten diesmal aber am alten verrosteten Schiffswrack und den Coloured Sands an. Leider durfte man auf keinem von beidem herumklettern.
Unter Protest der Niederbayrischen und Mailaender Fraktion, die energisch auf die Abendessenszeiten hinwies, erforschten wir dann auch noch den wunderschoenen Eli Creek, einen Suesswasserlauf der im Meer muendet und von uns dann sogleich durchwatet wurde. Jedenfalls von den Konstanzern und Pforzheimern.

Direkt am Meer, unter dem Schutz einiger Baeume schlugen wir dann unser Nachtlager auf. Die Mailaender Fraktion kommandierte Pasta fuers Abendessen was gerne akzeptiert wurde. Wir schnappten uns ein Bier und gingen den Strand entlang. Nach ein paar Minuten stiessen wir auf einen weiteren Creek wo wir ein paar Minuten blieben bis uns der Hunger zum Zelt trieb. Feindselig blickten die Hyaenen uns an als wir uns am leckeren Pastatopf bedienten.
Dann entschied die CSU, dass wir spuelen muessten. Jetzt. Sofort. Also gleich.
Unter diesem Druck konnten wir unmoeglich arbeiten und mussten um diesen harschen Schock verkraften zu koennen schnell ein paar Bier trinken.
Mit der Zeit wurde das kalte Spuelwasser immer unattraktiver und unsere Beliebtheit in der Gruppe sank stetig weiter. Leider musste der arme Steffen der mit im Club der drei Humoristen war alles mitertraegn. Der Arme!

Als wir genug gelacht hatten spuelten wir dann ab. Nachher unterhielten wir uns mit unseren Nachbarcampern, einigen Iren die schon im Sklavenbundaberg Fruitpicking gemacht hatten und uns, da die Saison zuende war, davon abrieten. Dann schickten sie uns nach Rockhampton. Dort sollte es Arbeit fuer uns geben. Wir bedankten uns, assen noch ein paar irische Spaghetti und verzogen uns dann im Zelt.
Am naechsten Morgen erlebte ich (Philipp Klink) einen der ersten Sonnenaufgaenge meines Lebens (sonst hab ichs nie aus dem Bett geschafft). War wirklich sehenswert. Die Bilder bezeugen das.

Dann fuhren wir mit der Offroadkarre aufs Klo und sagten den Bayern nicht bescheid. AHAHAHAH! Das Klo war naemlich 3 Kilometer entfernt. Das Essen nahmen wir mit. Zugeben..es war gemein^^

Nachdem die drei Humoristen auf dem Klo waren und das morgendliche Fraser erkundet hatten kamen wir zurueck zum Lager wo der Bayer muerrisch auf sein Wunschweisswurstfruehstueck wartete. Er sah sehr fertig aus. Wir liessen den Anschiss seiner Trulla ueber uns ergehen und nahmen die Kriegserklaerung an. Nach dem Fruehstueck genossen wir die Sonne und machten uns dann auf zum Lake McKenzie. Der Bayer beanspruchte die Fahrerkabine fuer sich und wir zogen uns mit einer Guerillataktik in den hinteren Teil des Fahrzeugs zurueck.
Am Lake McKenzie genossen wir das wunderbare Suesswasser und schwammen noch einige Runden im klaren See. Wir verbruederten uns mit den Italienern und handelten einen geschickten Deal aus: eine Dose Bier und sie kocht uns ein leckeres Mittagessen.
Dabei leistete uns ein drolliger Vogel Gesellschaft. Neben den Wuerstchen nach italienischer Art verbrauchten wir noch den Zentner restliches Weissbrot.
Dann gings zurueck zum "Hafen", die Reifen wieder aufgepumpt, Allrad aus, auf die Faehre und zurueck nach Hervey Bay. Dann waren wir die Bayern los. Yehhaaa, no worries!
Johanna kochte ein paar tolle Bratkartoffeln zum Abend und wir planten unsere Route nach Rockhampton. Und unsere Walewatchingtour fuer den naechsten Tag. Aber die Geschichte wird spaeter erzaehlt, die hier ist ja auch wirklich lang genug.

Momentan warten wir jetzt auf unsere Zusage von der Kuhfabrik muhhhh und wohnen bei Robbie in ihrem kuschligen Hostel. Ciaoooo!
Hallo aus Rockhampton!

Nach einer recht turbulenten Woche wo von Walen bis zum Bayernterror alles dabei war melden wir uns hier aus dem Manchester von Australien zurueck. Aber der Reihe nach.

Nachdem unsere Jobsuche in Brisbane genauso erfolglos weiterging wie sie schon angefangen hatte und wir einen guten Tipp im Norden nach Arbeit zu suchen bekommen hatten, stuermten wir am Montag, dem 25. August ins Backpackers World und buchten:
- Ein hop-on/hop off Ticket bis nach Cairns
- Einen Trip auf Fraser Island
- Einen Trip auf die Whitsundays

Da das dann alles furchtbar knapp wurde und Michi unbedingt noch aufs Klo musste war es eine ganz schoene Rennerei zum Bahnhof. Dank unserer eisernen deutschen Natur war es uns aber auch unter Schwerstbelastung und Zeitdruck moeglich den Reichsbus zu erreichen. Der stylische Busfahrer mit Shorts und Kniestruempfen wies uns unsere Plaetze zu und verstaute das Gepaeck. Dann gings los. Das angenehmste an der Fahrt war, dass es NICHT nach Socken roch :)

Die Fahrt dauerte insgesamt acht Stunden, in denen wir mehrere kleine Staedtchen noerdlich von Brisbane passierten. Gegen 20:00 Uhr erreichten wir dann das kleine verschlafene Nest Hervey Bay wo wir schon am naechsten Tag morgens unseren romantischen Kurzabenteuerurlaub nach Fraser Island antraten. Nachdem wir noch nachts eineinhalb Stunden nach einem Bankomat gesucht hatten saegte uns Steffen in den Schlaf. Uns war wohl entgangen, dass er sich in den Naechten im 30-Mann-Schlafraum so einige Tricks und Kniffe bei den Koreanern abgeschaut hatte. Ich jedenfalls glaube, dass Steffen im naechsten Gruppenschlafsaal ganz oben mitspielen koennen wird.

Die paar Bilder die in Hervey Bay und waehrend der Busreise entsanden sind finden sich uebrigens bei den uebrigen Bildern von Fraser Island.